Psychotherapeia (griech.) heißt "Pflege der Seele". Nicht nur der Körper und das Äußere möchten ernstgenommen und gepflegt werden auch die Seele.
"Psychotherapie ist ein
Prozess, durch den der Mensch eins wird mit seinem Erleben, ohne
Selbsttäuschung, ohne Verzerrung, [...] ein Prozess der Erkundung der
eigenen Person." (Rogers/Wood, 140) Sie "ist eine Erfahrung des Selbst, nicht über das Selbst.“
Wie wirkt Psychotherapie?
In der Psychotherapie wird ein Problem oder ein Störungsbild
des Klienten durch psychologische Mittel verbessert. Der Ansatz ist, dass bei dem Klienten unbewusste Konflikte oder seelische
Belastungen wirksam sind, die eine pathogene (krankmachende) Wirkung in Form
von Symptomen oder Beziehungsproblemen entwickelt haben. Dies führt in der
Regel zu einem erheblichen Leidensdruck und zu einer Einschränkung der
Lebensqualität. Solche Symptome sind beispielsweise depressive
Niedergeschlagenheit, psychosomatische Beschwerden, Angstzustände ohne realen
Anlass oder Zwangssymptome. Psychotherapie zielt darauf, dass sich der Klient
im Gespräch mit dem Therapeuten mit seinem inneren Geschehen beschäftigt und
einen allmählichen Zugang findet, damit die unbewussten Konflikte von ihm
bearbeitet und schließlich verarbeitet werden können. Der Klient lernt, seine
seelischen Abläufe besser zu erspüren und zu verstehen, um zukünftig positvier reagieren zu können.
Welches Verfahren erwartet mich?
In meiner Praxis wende ich das Verfahren der Klärungsorientieren Psychotherapie (IPP-Bochum) an. Es ist eine Weiterentwicklung der Gesprächspsychotherapie nach Rogers. Darüberhinaus verschiedene Varianten der Verhaltenstherapie (Kognitive, Reizüberflutung, Soziales Kompetenztraining, u.a.) zur Ergänzung und Behandlung von Angststörung, Zwang und Variationen von Phobien.
Wie finde ich heraus ob unsere Zusammenarbeit funktioniert?
Bitte nutzen Sie das Angebot des Erstgesprächs dazu, sich in Ruhe
darüber klar zu werden, ob Sie in mir einen geeigneten Therapeuten gefunden
haben. Es ist also in Ordnung, wenn Sie einen oder sogar mehrere weitere
Therapeuten vor Ihrer endgültigen Entscheidung kennenlernen möchten. Auch bei
einer einmal begonnenen Therapie werden wir in regelmäßigen Abständen immer
wieder überprüfen, ob die Psychotherapie weiterhin für Sie von Nutzen ist und
welche Erfolge Sie bereits erzielt haben. Genauso wichtig ist aber die Person des Therapeuten. Denn Psychotherapie ist
eine Beziehung zwischen zwei Menschen und in dieser Beziehung wird die
jeweilige Methode angewandt. Daher kann Psychotherapie nur dann wirken, wenn
diese Beziehung stimmt. Der Klient muss dem Therapeuten vertrauen können; muss
sich bei ihm sicher und respektiert fühlen. Wenn dieses Vertrauen nicht da ist,
wenn ein Klient das Gefühl hat, bei diesem Therapeuten nicht alles sagen zu
können, dann ist das ein ernstes Warnsignal, das wahrscheinlich bedeutet, dass
dies nicht der richtige Therapeut ist. Um also den richtigen Therapeuten zu
finden, ist auf jeden Fall ein Vorgespräch zum persönlichen Kennenlernen
notwendig.
Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Die Vorgespräche und die testpsychologische Diagnostik
dienen dazu abzuklären, wie tiefgehend ein seelischer Konflikt ist und in
welchem Umfang Psychotherapie zur Besserung und Heilung angewandt werden
sollte. In der Regel wird
in wöchentlichen Sitzungen gearbeitet. Die Therapie umfasst insgesamt zwischen 30-50 Sitzungen.
Wie wirke ich an der Behandlung mit?
Es wird Ihnen besonders helfen wenn Sie darüber sprechen, was Ihnen während unseres
Zusammenseins spontan einfällt oder Sie gerade beschäftigt. Das fällt
naturgemäß besonders am Anfang sehr schwer. Psychotherapie kann also nur
gelingen, wenn Sie aktiv mitwirken und Verantwortung in der Therapie wie auch
im sonstigen Leben übernehmen. Dabei ist es meine Aufgabe, Sie als Ihr
„Assistent“ bzw. „Trainer“ auf dem Weg der Heilung unterstützend zu begleiten -
die eigentliche „Arbeit“ werde ich Ihnen nicht abnehmen (können). Der
„Heilungsvorgang“ selbst (Ihre „Entwicklung“) findet nicht nur in der
Behandlungsstunde statt, sondern v.a. in den Zeiträumen zwischen unseren
Begegnungen. Nutzen Sie also die Gelegenheit, neue Einsichten und Erfahrungen
im Alltag umzusetzen bzw. zu erproben. Von einem besonders guten Erfolg der
Psychotherapie kann man sprechen, wenn Sie zu Ihrem eigenen Psychotherapeuten
geworden sind und damit dauerhaft auf meine Unterstützung verzichten können.
Bei welchen Beschwerden mache ich eine Psychotherapie?
Bei Phobien (Spinnen, Höhenangst, Menschenansammlungen, etc.) Streßsymptomen, Ängsten, Zwängen,
Sexualstörungen, psychosomatische Beschwerden, Burn-out, Depressionen,
Sinnzweifel, Einsamkeit, Entscheidungsschwierigkeiten, Nervosität, innere
Unruhe, Schlafstörungen, u.a. Viele Beschwerden und Symptome können auf tiefer liegende
seelische Belastung oder Störung hinweisen. Eine Abklärung ist beispielsweise
sinnvoll, wenn es zu einem länger anhaltenden Gefühl der inneren Leere kommt,
wenn unerklärliche Angstzustände ohne entsprechenden Anlass auftreten oder wenn
man von Zwangsgedanken oder –handlungen geplagt wird.
Weiterhin ist ein Warnsymptom, wenn es in Beziehungen mit Mitmenschen zu immer
gleichen Abläufen kommt und man das Gefühl hat, einem inneren Muster zu
erliegen und darunter zu leiden. Beispielsweise können häufige Trennungen auf
einen unbewussten Konflikt hinweisen, der sich jeweils neu in Beziehungen
wiederholt.
Ein weiterer Bereich sind somatische Symptome, für die eine hausärztliche oder
fachärztliche Abklärung keine ausreichende organische Begründung liefert. Es
kann sich dann um sogenannte psychosomatische Störungen handeln, deren
eigentliche Ursache im seelischen Bereich zu suchen ist. Beispielsweise kann
dies häufig bei Schmerzsyndromen der Fall sein, bei Hauterkrankungen, bei
Störungen im Magen-Darm-Bereich oder bei manchen Herzerkrankungen.
Eine psychotherapeutische Abklärung ist grundsätzlich sinnvoll, wenn man
längere Zeit einer erheblichen Stresssituation oder Belastung ausgesetzt ist,
weil diese akuten Belastungen häufig der Auslöser für eine psychische
Erkrankung sind.
Ablauf einer Therapie
Zunächst werden in einem Erstgespräch der
Behandlungsanlass erörtert und organisatorische Fragen geklärt. Einerseits
haben Sie hier die Möglichkeit herauszufinden, ob die Chemie stimmt, anderseits
kann der Therapeut einschätzen, ob er für die Problematik eine kompetente
Behandlung anbieten kann.
Zu Beginn einer Therapie kann es vorkommen, dass sich
aufgrund der intensiven Arbeit am Problem Ihr Befinden zunächst verschlechtert,
bevor eine Besserung eintritt. Dieses Risiko besteht v.a. bei Problemen,
deren Lösung oder Aufarbeitung lange Zeit verdrängt oder vermieden wurde.
Oft genügt es nicht, Bewältigungsstrategien nur zu
besprechen. Mitunter kann es notwendig sein, Fertigkeiten im geschützten Rahmen
der Therapie zu üben und auch in "echten" Problemsituationen
auszuprobieren. Sie entscheiden gemeinsam mit dem Therapeuten, wie viel
Unterstützung dabei notwendig ist.
Sind die Therapieziele erreicht, haben Sie in einer
mehrwöchigen Selbstkontrollphase die Gelegenheit, die neu erworbenen
Bewältigungsstrategien ohne therapeutische Unterstützung im Alltag
auszuprobieren. Verläuft diese Phase erfolgreich, ist die Therapie beendet.
Anschließend werden im Rahmen einer fundierten Rückfallprophylaxe
Verhaltenshinweise besprochen, die den Therapieerfolg stabilisieren helfen.